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BILDUNGSURLAUB


In Zusammenarbeit mit dem Verein für Kultur, Politik und Berufsbildung Höchst e.V. veranstalten wir eine zweiwöchige Bildungsreise durch ausgewählte Nationalparks und Reservate, u.a. zu den Umweltschutzprojekten des Frankfurter Tropenwaldvereins Tropica Verde e.V.(www.tropica-verde.de). Neuerdings bieten wir auch eine Reise zu den Projekten von Tropica Verde an.

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Im Mittelpunkt dieser Rundreise steht die Vielfalt der tropischen Lebensräume, die allerdings an vielen Stellen bedroht sind, und wie die Menschen damit umgehen. Costa Rica bietet eine Fülle von gelungenen, aber auch umstrittenen Schutzkonzepten. Eine Vielzahl von Initiativen - von der örtlichen Bürgerinitiative bis zur international arbeitenden Stiftung, vom Privatreservat eines Forstwirts bis zur Landwirtschafts-kooperative - alle arbeiten für das gleiche Ziel.

Die Reise führt uns in Nationalparks wie den auf 3.450 m gelegenen Vulkan Irazú, nach Monteverde in das Nebelwaldreservat einer Berufsschule, in das Schutzgebiet des Río Nosara der örtlichen Bürgerinitiative und in ein Frauenprojekt zum Bau von Solarherden. Am Thema Kaffee erfahren wir Wichtiges zur Situation und Rolle der Landwirtschaft im Umweltschutz und diskutieren die politische und wirtschaftliche Bedeutung des Kaffeeanbaus sowie seine Rolle in der friedlichen und demokratischen Geschichte Costa Ricas.

Die Reise ist als Bildungsurlaub als berufsbezogene Fortbildungsveranstaltung für Lehrer anerkannt.


NATUR - ÖKOLOGIE - POLITIK in COSTA RICA

Bildungsurlaub durch ausgewählte Nationalparks und Reservate u.a. zu den Umweltschutzprojekten des Frankfurter Tropenwaldverein Tropica Verde e.V.

2-wöchige Haupttour: Ciudad Colón, Vulkan Irazú, Cartago, Barva, Heredia
Monteverde: Santa Elena, Los Olivos
Halbinsel Nicoya: Hojancha, Nicoya, Santa Barbara
Pazifik: Puerto Carillo, Garza, Ostional


Veranstalter:
Verein für Kultur, Politik und Berufsbildung Höchst e.V.

Durchführung vor Ort und verantwortlich im Sinne des Reiserechts:
CULTOURICA - Proyectos Interculturales, COSTA RICA (Mitglied bei Tropica Verde).


COSTA RICA, auf der mittelamerikanischen Landbrücke gelegen, und mit 51.000 Quadratkilometern gerade so groß wie Niedersachsen, bietet in nahezu einmaliger Konzentration ein Nebeneinander der verschiedenen tropischen Vegetationszonen. Von Pazifik und Atlantik begrenzt und durch eine zentrale Gebirgskette geteilt, entstehen regional höchst unterschiedliche klimatische Einflüsse, die immergrüne und saisongrüne Regenwälder, Trockenwälder, Nebelwälder, Eichenwälder, Mangroven und Savannen entstehen lassen. Nicht minder vielfältig sind die Mechanismen der Naturnutzung, die bereits zur Abholzung von 70 % der ursprünglichen Waldbedeckung geführt haben. Was die Viehzucht in den Trockenwaldbereichen der Pazifikregion anrichtet, geht in den immergrünen Regenwäldern der Karibikregion zu Lasten des Bananenanbaus. Bevölkerungsdruck im Innern und der (schulden-bedingte) Zwang zur exportorientierten Fleisch- und Fruchtproduktion sind typische "Dritte Welt Probleme", die Costa Rica - wenn auch bei vergleichsweise hohem Lebensstandard - exemplarisch demonstriert.

Seit einigen Jahren hat der Tourismus die bisherige Nr.1 der Devisenquellen, den Bananenexport, überholt: Der Tourismus, der mit dem Hinweis auf den natürlichen Reichtum und die hohe Zahl staatlicher Reservate und privater Schutzgebiete zumeist als "Natur- oder Ökotourismus" vermarktet wird. Tatsächlich ist Costa Rica mit einem Flächenanteil von über 20 % ausgewiesener Schutzgebiete (Nationalparks, Reservate, Tierschutz-gebiete,...) in den Neotropen führend. Andererseits besetzt es mit einer jährlichen Entwaldungsrate von 3,9 % (etwa 60.000 Hektar Waldverlust pro Jahr) die vierte Stelle der globalen Waldverlustraten.

Diese Widersprüche und Gegensätze fordern zum Nachforschen auf, und sollten die eigene, d.h. europäische Betroffenheit nicht außen vor lassen. Es sind die Banken der Industrieländer und ihre mittelamerikanischen Partner, die über das Schuldnerschicksal und damit über den Wirtschaftskurs bestimmen. Es sind die Verbraucher in den Industrienationen, die die naturzerstörenden Exportprodukte konsumieren. Es sind die Touristen aus der "Ersten Welt", die den gehobenen Bewirtungsstandard auch im Regenwald fordern.

Aber es waren und sind auch die Spendenaktionen von Schulkindern und Naturschutzorganisationen, die über den Ankauf von Regenwaldflächen halfen, Schutzzonen zu etablieren. Was aber soll mit diesen gekauften Flächen geschehen? Wie werden Reservatskonzepte - seien sie nun staatlich oder privat- von der örtlichen Bevölkerung gesehen? Wie seriös und wirkungsvoll wird das Engagement von Naturschützern hier bei uns von den Partnern vor Ort umgesetzt? Wie sinnvoll ist der Ankauf von Flächen in Ländern der Tropen überhaupt? Welche anderen Schutzstrategien sind sinnvoll und möglich?

Costa Rica bietet eine Fülle von gelungenen aber auch umstrittenen Schutzkonzepten. Es arbeiten eine Vielzahl von Initiativen: von der örtlichen Bürgerinitiative bis zur international arbeitenden Stiftung ("fundación"), vom Privatreservat eines Biologen bis zur Landwirtschaftskooperative, die in den Ökotourismus einsteigen will.

Bei uns wird die Bedeutung der tropischen Wälder für die Lebensvielfalt und das Klima auf unserem Planeten von den Lehrenden verschiedener Fachrichtungen zum Gegenstand gemacht. Die praktische Erfahrung vor Ort und der auf dieser Reise immer sichtbar bleibende Bezug zu unserer eigenen Lebensweise und Verantwortung kann diese Problematik weiter vertiefen.

CULTOURICA - Proyectos Interculturales versucht soweit wie möglich den stark strapazierten Begriff "Ökotourismus" mit Inhalt zu füllen; daher wurde bei der Gestaltung des Reiseprogramms darauf geachtet, mit kleinen lokalen Partnern (lokalen Tourismusinitiativen, Projekten, Kooperativen,...) zusammenzuarbeiten, um einen möglichst authentischen Einblick zu gewinnen und um möglichst viel der Einkünfte aus diesen Veranstaltungen bei den Menschen vor Ort zu lassen. Das bedeutet manchmal auch, dass der Hotelservice nicht so professionell wie bei einem internationalen Konzern ist, aber der Reiseleiter wird wird alle Probleme sofprt angehen. Die Gruppe ist normalerweise mit einem bequemen Kleinbus unterwegs - zum Teil mit Jeep und öffentlichen Verkehrsmitteln - wenn sinnvoll.

Wir übernachten in kleinen Pensionen, Lodges und Hotels. Fast alle Unterkünfte sind in einheimischer Hand, oft integriert in ökotouristische Projekte. Alle sind landschaftlich sehr schön gelegen. Die Zimmer verfügen meist über eigene Bäder und sind bequem und geräumig. Das Essen in unseren Unterkünften ist ortsüblich (viel Gemüse, Fisch, Fleisch, Obst) und von guter Qualität.


Termine:
2006: 8.4., 14.10.
2007: 13.1., 31.3., 12.7., 6.10.


Kosten:

2-wöchige Reise: € 1.199,– EZZ € 180,–
3-wöchige Reise: € 1.699,– EZZ € 250,–
Mindestteilnehmerzahl: 3


Leistungen:

Unterkunft und Halbpension und alle aufgeführten Leistungen:

Deutschsprachige Reiseleitung, Führungen, Eintritte, vorbereitende Materialien (werden vor Reisebeginn verschickt), Reisepreissicherungsschein ausser der als Möglichkeit gekennzeichneten Aktivitäten und des Fluges.

Die Reise wird wieder beim Hessischen Kultusministerium als berufsbezogene Lehrerfortbildungsveranstaltung und beim Sozialministerium als Bildungsurlaub (die ersten 2 Wochen) beantragt. Gern können Sie vorher anreisen oder länger bleiben und unsere Pension EL MARAÑON in Anspruch nehmen. Ebenso bieten wir Sprachkurse zur Vorbereitung an.


Tagesprogramm:
  • SAMSTAG:
    Ankunft in SAN JOSE; Fahrt zur Pension EL MARAÑON in LA TRINIDAD DE CIUDAD COLON (18 Km westlich von SAN JOSE am Hang gelegen mit schönem Blick über das Zentraltal auf den Vulkan POAS).

  • SONNTAG:
    Morgens Fahrt durch die Gemüsekammer Costa Ricas in den NATIONALPARK VULKAN IRAZU auf 3.500 m Höhe, Wanderung um die Krater. Die Nationalparks sind das Herzstück der Schutzkonzeption Costa Ricas, wobei die Parks der beiden Vulkane POAS und IRAZU nahe SAN JOSES die beste Infrastruktur haben und die finanziell einträglichsten sind. Besuch des botanischen Gartens LANCASTER der Universität von Costa Rica, Überblick über die Pflanzenwelt Costa Ricas; Rückfahrt durch die alte Hauptstadt CARTAGO mit Stop an der Wallfahrtskirche LOS ANGELES.

  • MONTAG:
    Geführte Exkursion in die Berge oberhalb der Pension zu ausgedehnten Kaffeeplantagen, erster Eindruck in die Artenvielfalt des Landes und Erläuterungen zum Kaffeeanbau; Programmbesprechnung.

  • DIENSTAG:
    Fahrt nach SAN PRDRO DE BARVA; Besuch des Forschungs- und Fortbildungsinstitutes der Kaffeeindustrie CICAFE, Vortrag und Diskussion über die politische und wirtschaftliche Bedeutung des Kaffeeanbaus für COSTA RICA, Mittagessen im Volkskulturmuseum BARVA, Rückfahrt über die alte Kaffestadt HEREDIA.

  • MITTWOCH:
    Fahrt durch das westliche Zentraltal nach MONTEVERDE, der Nebelwaldregion COSTA RICAS; Besuch der ökologischen Kaffeeverarbeitungsanlage SAN LUIS der KOOPERATIVE SANTA ELENA, die ihren Kaffee hauptsächlich über den Transfairhandel exportiert, Übernachtung in SANTA ELENA.

  • DONNERSTAG:
    Biologische Führung durch die Primär- und Sekundärwälder des Nebelwaldreservats SANTA ELENA, das von der örtlichen Berufsschule betrieben wird (mit etwas Glück kann man hier den Quetzal oder einen Ausbruch des nur 15 km Luftlinie entfernten Vulkan Arenal sehen); MONTEVERDE ist durch das erste private Schutzgebiet des Landes - gegründet durch die hier siedelnden US-amerikanischen Quäker, die die Wasserversorgung für ihre Milchwirtschaft sichern wollten - bekannt geworden. Viel grösser noch ist inzwischen der „Regenwald der Kinder“, der durch die Spendenaktionen von Schulkindern auf der ganzen Welt, besonders Skandinavien, ermöglicht wurde. In der Schulzeit: Mittagessen im Colegio Tecnico Santa Elena (Berufsschule für Landwirtschaft und Tourismus), Führung durch die Schulanlage und Erläuterungen zum Projekt Nebelwaldreservat.

  • FREITAG:
    Besuch des ökotouristischen Projekts ECOVERDE in LOS OLIVOS, einer Bauerninitiative mit einer malerisch an einem See gelegenen Lodge und eigenem Primär-und Sekundärwald; Führung durch das Dorf, durch Rinderweiden zur Milchproduktion und das Waldreservat sowie Vortrag über die Entstehungsgeschichte und aktuelle Situation; Spätnachmittags Möglichkeit zum Besuch der Frauenkooperative CASEM, die Textilien herstellt und verkauft und Kostprobe im Kaffeeladen der Kooperative, nach dem Abendessen besteht die Möglichkeit einer Nachtwanderung im Nebelwald der Lodge.

  • SAMSTAG:
    Nach dem Frühstück Möglichkeit zu Besuch/Führung durch den Schmetterlingsgarten in Monteverde, danach Fahrt über den RIO TEMPISQUE auf die Halbinsel NICOYA nach HOJANCHA in das Waldreservat MONTE ALTO, das von TROPICA VERDE unterstützt wird. Hier schützt eine Bürgerinitiative vorhandene Waldbestände und forstet umliegende Hügel wieder auf, um die Wasserversorgung des Ortes und die Artenvielfalt und damit das Quellgebiet des RIO NOSARA zu sichern; erster Orientierungsspaziergang durch die Anlage; Übernachtung in der einfachen, wunderschön mitten im Wald gelegenen Lodge des Projekts.

  • SONNTAG:
    Vormittag zur freien Verfügung (Wandern im Reservat, Vogelbeobachtung, Reiten), Nachmittags Zuckerrohrpressen im TRAPICHE des Reservats und Fahrt nach NICOYA: Spaziergang im Stadtpark mit seiner Kolonialkirche.

  • MONTAG:
    Vortrag zur Entstehungsgeschichte und aktuellen Situation des Reservats MONTE ALTO und seiner Angebote in der Umwelterziehung für Schulen und Universitäten sowie im Ökotourismus, Führung durch das Reservat, Informationszentrum, Orchideenpfad, Primär- und Sekundärwald, die Tropica-Verde-Flächen und nahegelegene kommerzielle Baumplantagen von Kleinbauern, Besuch des regionalen Büros des Umweltministeriums: Vorstellung der Aufgaben und der Praxis des Büros insbesondere bei der Wiederaufforstung (kommerziell und nichtkommerziell).

  • DIENSTAG:
    Besuch der Kaffeekooperative COOPE PILANGOSTA, Mitglied bei COOCAFE, dem Zusammenschluss mehrerer Kooperativen, die am Fairen Handel beteiligt sind, Vortrag über die Produktions-Philosophie der Kooperative mit ihren ökologischen, sozialen und politischen Implikationen, Fahrt an den PAZIFIK nach PUERTO CARILLO.

  • MITTWOCH:
    Exkursion durch nahegelegene Mangroven und zum Hafen, Gespräch mit Fischern über die Situation der Fischwirtschaft; danach - wenn klimatisch möglich (Flussüberquerung!) Fahrt zum Naturschutzgebiet CAMARONAL einem der Schildkrötenstrände in COSTA RICA, an dem einmal im Monat für drei bis vier Tage Tausende von Schildkröten zur Eiablage anlanden.

  • DONNERSTAG:
    Fahrt nach GARZA zum Tropica-Verde-Projekt Forschungshektar, hier wurden verschiedene einheimische Hölzer zusammengepflanzt, um deren Wachstumsverhalten zu untersuchen und Aufschlüsse über das Anlegen von Mischwäldern zu erhalten. Die Gegend um Garza ist eine der wichtigsten Aufforstungsgebiete für Teak und Pochote in Monokultur. Auf dem Rückweg Möglichkeit zum Baden in der wunderschönen Bucht GARZA.

  • FREITAG:
    Fahrt über NICOYA nach SANTA BARBARA ins Projekt SOL DE VIDA. Hier produziert eine Frauengruppe Solarherde bzw. gibt ihr Know how an interessierte Frauen in Workshops weiter, Erläuterungen zur Solarherde-Ausstellung und Mittagessen im projekteigenen Restaurant; Weiterfahrt nach CIUDAD COLON in die Pension EL MARAÑON; Auswertung der Reise und Abschiedsessen.

  • SAMSTAG:
    Abreise oder individuelles Verlängerungsprogramm


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